XML-Sitemaps: Der vollständige Guide für SEOs

Sitemaps gehören zu den Grundlagen der technischen SEO – und trotzdem schleichen sich in der Praxis immer wieder die gleichen Fehler ein: falsche URLs drin, falsche URLs draussen, oder einfach nie aktualisiert. Dieser Guide gibt dir einen vollständigen Überblick über Sitemap-Formate, Typen, technische Anforderungen und Best Practices – zum Lesen und zum Nachschlagen.

Was ist eine Sitemap und warum ist sie wichtig?

Eine Sitemap ist eine Datei, die Suchmaschinen mitteilt, welche Seiten einer Website existieren und gecrawlt werden sollen. Sie ist kein Ranking-Faktor – aber sie beeinflusst, ob und wie schnell deine Seiten überhaupt im Index landen.

Kernfunktionen von Sitemaps:

  • Suchmaschinen informieren, welche Seiten existieren
  • Priorisieren, welche Seiten gecrawlt werden sollen
  • Crawling-Effizienz verbessern (besonders bei grossen Websites)

Spezielle Inhalte: Video-, Image- und News-Sitemaps ermöglichen es, auch Medieninhalte gezielt zu indexieren

⚠️ Eine Sitemap garantiert kein Indexieren – sie hilft nur Google, die richtigen Seiten zu geben, damit diese gecrawlt werden. Die Indizierung hängt von anderen Faktoren wie der Qualität, Autorität, Suchintention und vielem mehr ab. 

📖 Google: Sitemaps – Übersicht

Sitemap-Formate

Es gibt drei standard Formate, in denen Sitemaps erstellt werden können:

XML (Standard)

Das mit Abstand häufigste Format. Enthält URLs mit optionalen Metadaten wie lastmodified. XML ist der Standard und wird von allen grossen Suchmaschinen unterstützt.

Feed (RSS/Atom)

Funktioniert technisch als Sitemap, enthält aber immer nur die neuesten Beiträge. Für SEO-Zwecke daher kaum sinnvoll.

TXT

Ein einfaches Textfile mit einer URL pro Zeile. Kein Support für Metadaten, aber praktisch für spezifische Anwendungsfälle – dazu mehr im Abschnitt zu GSC-Tipps.

Sitemap bei Google einreichen

Eine Sitemap kann auf zwei Wegen übergeben werden – am besten über beide:

1. robots.txt

Einfügen der Sitemaps in der robots.txt Datei.

Sitemap: https://example.com/sitemap.xml

2. Google Search Console
Unter Indexierung → Sitemaps direkt einreichen. Das hat den Vorteil, dass du in der GSC den Indexierungsstatus je Sitemap einsehen kannst (mehr dazu weiter unten).

Technische Limits

LimitWert
Maximale URLs pro Sitemap50.000 URLs
Maximale Dateigrösse50 MB (unkomprimiert)
Maximale Bilder pro Sitemap (Image Sitemap)1.000 Bilder

Wenn du diese Limits erreichst, ist ein Sitemap-Index der richtige nächste Schritt (→ siehe unten).

URL-Anforderungen

  • URLs müssen absolut sein (https://example.com/seite/, keine relativen Pfade)
  • Standard: RFC 3986 (URI) und RFC 3987 (IRI)
  • Die Sitemap muss in UTF-8 kodiert sein – bei Sonderzeichen (z. B. Umlaute, Akzente) besonders aufpassen 
  • Sonderzeichen korrekt enkodiert: & → &amp;, < → &lt;
  • Die Sitemap darf nur URLs enthalten, die im gleichen Verzeichnis oder tiefer liegen als die Sitemap-Datei selbst
  • Die Sitemap gehört in den Root-Ordner der Website – liegt sie in einem Unterordner, gilt sie nur für URLs unterhalb dieses Ordners

💡 Wenn du viele URLs konvertieren musst: KI-Tools helfen dabei gut, wenn du die Standards RFC 3986 und RFC 3987 explizit mit angibst.

Welche Seiten gehören in die Sitemap – und welche nicht?

Die Sitemap signalisiert Google, welche Seiten indexiert werden sollen. Dementsprechend sollten nur solche Seiten drin sein, die du tatsächlich im Index haben willst.

✅ Erlaubt❌ Nicht erlaubt
HTTP 200 Seiten3xx Redirects
Selbstkanonische Seiten404-Fehlerseiten
Indexierbare SeitenSeiten mit noindex
In robots.txt gesperrte Seiten
Kanonische Seiten / Duplicate-Content-Seiten

Drei wichtige Details:

  • Die Sitemap-Datei selbst muss nicht auf index oder noindex stehen – das ist für Google irrelevant. Aber das Crawling der Sitemap darf nicht in der robots.txt gesperrt sein.
  • Seiten mit noindex oder Robots.txt-Sperrung in der Sitemap zu haben, ist nicht nur unnötig, sondern sendet widersprüchliche Signale an Google.
  • Die Sitemap muss im Root Verzeichnis der Webseite abgelegt sein. 

Sitemap-Priorität, Changefreq & Last Modified

Die Sitemap wird nicht sequenziell von oben nach unten verarbeitet. Es gibt optionale Attribute, die Hinweise zur Priorisierung geben:

AttributBeschreibungGoogle
<priority>Wichtigkeit der Seite (0.0–1.0)Wird ignoriert
<changefreq>Änderungsfrequenz (daily, weekly, etc.)Wird ignoriert
<lastmodified>Datum der letzten ÄnderungWird verwendet

priority und changefreq werden von Google offiziell ignoriert. lastmodified hingegen nutzt Google aktiv, um zu entscheiden, welche Seiten neu gecrawlt werden sollten – es lohnt sich also, dieses Attribut korrekt zu pflegen.

Sitemap-Typen im Detail

Sitemap-Index

Ab einer gewissen Grösse – oder wenn du verschiedene Sitemap-Typen kombinierst – ist ein Sitemap-Index sinnvoll. Er ist eine Sitemap, die auf andere Sitemaps verweist.

WordPress-Plugins wie Yoast SEO und RankMath machen das automatisch und teilen dabei nach Content-Typ auf (Posts, Pages, Produkte, etc.).

<sitemapindex xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
  <sitemap>
    <loc>https://example.com/sitemap-posts.xml</loc>
  </sitemap>
  <sitemap>
    <loc>https://example.com/sitemap-pages.xml</loc>
  </sitemap>
</sitemapindex>

💡 Empfehlung: Auch wenn es technisch reicht, nur den Sitemap-Index in der `robots.txt` zu hinterlegen, schadet es nicht, alle einzelnen Sitemaps zusätzlich direkt in der GSC einzureichen – besonders wenn es sich um eine überschaubare Anzahl handelt.

Image-Sitemap

📖 Google: Image Sitemap

Die Image-Sitemap gibt Google zusätzliche Informationen zu Bildern auf einer Seite. Sie muss keine eigene Datei sein – Best Practice ist es, die Bildinformationen direkt in der normalen XML-Sitemap unter der jeweiligen URL einzufügen.

Voraussetzungen:

  • Bilder müssen über <img> oder <picture> im HTML eingebunden sein – CSS-Hintergrundbilder werden nicht akzeptiert
  • Bilder, die in robots.txt gesperrt sind oder noindex haben, werden ignoriert

Das Namespace-Attribut muss zu <urlset> hinzugefügt werden:

xmlns:image="http://www.google.com/schemas/sitemap-image/1.1"

Grundstruktur:

<url>
 <loc>https://example.com/seite/</loc>
  <image:image>
    <image:loc>https://example.com/bild.jpg</image:loc>
  </image:image>
</url>

⚠️ Die Image Sitemap ist ein **Google-spezifischer Standard** – andere Suchmaschinen unterstützen sie nicht zwingend.

Video Sitemap

📖 Google: Video Sitemap
📖 Google: Video Best Practices (inkl. Tipps für Thumbnails)

Die Video Sitemap funktioniert analog zur Image Sitemap und kann ebenfalls direkt in die normale Sitemap integriert werden.

Das Namespace-Attribut muss zu <urlset> hinzugefügt werden:

xmlns:video="http://www.google.com/schemas/sitemap-video/1.1"

Wichtig: Videos müssen öffentlich zugänglich und indexierbar sein. Kostenpflichtige Inhalte sind erlaubt – extern gehostete Videos (z. B. YouTube) ebenfalls.

Pflichtfelder – Inhalt:

AttributBeschreibung
video:titleTitel des Videos
video:descriptionBeschreibung
video:thumbnail_locURL zum Thumbnail-Bild

Pflichtfelder – Quelle (eines der beiden ist Pflicht):

AttributBeschreibung
video:player_locURL zum Video-Player (z. B. YouTube-Embed)
video:content_locDirekte URL zur Video-Datei

📌 Für auf YouTube gehostete Videos: `video:player_loc` mit dem YouTube-Embed-Link verwenden.

Optionale Attribute (Auswahl):

AttributBeschreibung
<video:duration>Länge in Sekunden (max. 28.800 = 8h)
<video:publication_date>Veröffentlichungsdatum
video:platformweb, mobile, tv
video:requires_subscriptionyes / no
video:uploaderName des Uploaders

📖 Alle optionalen Attribute: Google Dokumentation

⚠️ Die Video-Sitemap ist ein Google-spezifischer Standard

News-Sitemap

📖 Google: News Sitemap

Die News Sitemap ist für Publisher und Nachrichtenwebseiten gedacht und ermöglicht eine schnelle Indexierung aktueller Artikel in Google News.

Empfehlung: Nur Artikel der letzten 48 Stunden sollten reinkommen. Ältere Inhalte gehören sollten regelmässig aussortiert werden aus der News Sitemap.

Pflichtattribute:

AttributBeschreibung
news:titleTitel des Artikels
news:publication_dateVeröffentlichungsdatum
news:nameName der Publikation

⚠️ Auch die News-Sitemap ist ein Google-spezifischer Standard

Sitemaps prüfen 

Sitemap mit Screaming Frog prüfen

Um eine bestehende Sitemap zu analysieren, kannst du im Screaming Frog den List Mode nutzen: Entweder direkt die Sitemap-URL angeben oder die URLs manuell reinkopieren. So siehst du schnell, welche URLs in der Sitemap problematisch sind.

Sitemaps im Browser prüfen

Wenn eine Sitemap im Browser komisch aussieht, liegt das oft an einem dieser zwei Gründe:

  • Chrome Plugin: Ein Plugin fügt Skripte hinzu. Sitemap im Incognito-Modus öffnen – Plugins sind dort deaktiviert.
  • Stylesheet: SEO-Plugins wie Yoast und RankMath formatieren die Sitemap mit einem Stylesheet, damit sie lesbarer ist. Die rohe XML-Ansicht erreichst du in Chrome mit Strg + U.

Tipps: Sitemap in der Google Search Console

Indexierungsstatus je Sitemap einsehen

Wenn du einzelne Sitemaps direkt in der GSC einreichst (nicht nur den Sitemap-Index), kannst du für jede Sitemap separat den Indexierungsstatus einsehen: Sitemap öffnen → Seitenindexierung ansehen. Das hilft bei der gezielten Fehleranalyse erheblich.

TXT-Sitemap für spezifische URL-Sets nutzen

Eine TXT-Sitemap ist schnell erstellt: einfach eine .txt-Datei mit einer URL pro Zeile, in den Root-Ordner legen und in der GSC einreichen. Praktisch, wenn du den Indexierungsstatus einer bestimmten Gruppe von URLs prüfen oder die Crawling-Priorisierung gezielt beeinflussen willst.

Konkreter Anwendungsfall: Eine Website wurde gehackt und hatte plötzlich hunderte Casino-Spam-URLs indexiert. Die Seiten wurden gelöscht (Status 404), aber Google hatte den Index noch nicht aktualisiert. Lösung: TXT-Sitemap mit genau diesen URLs erstellt, in der GSC eingereicht und den Re-Crawl so beschleunigt.

📺 Mehr dazu: Wurde deine Webseite gehackt? Was du jetzt in der Google Search Console machen solltest!

Weiterführende Ressourcen

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Avatar von Dani Leitner

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