KI‑Sichtbarkeit messen (KPIs für GEO)

Unsere Welt steuert immer mehr auf ein «Zero‑Click»-Web zu. Das sehen wir daran, dass das, was wir bisher gemessen haben (Klicks, Impressionen), und wie wir Leads einem Marketingkanal zu versuchen, zuzuordnen, immer mehr ins Wackeln kommt. Klicks gehen zurück, die Zuordnung einer Conversion wird immer schwerer.

Nehmen wir hier noch neue Player wie ChatGPT und Claude hinzu, und eine extreme Personalisierung, wie wir sie bisher noch nicht hatten – und der Kuchen ist perfekt.

In diesem Beitrag schauen wir uns an, wie du Sichtbarkeit in dieser Neuen Welt messen kannst und welche KPIs für die KI‑Suche überhaupt noch relevant sind. Wir gehen auch auf das stark gehypte Thema «Prompttracking» genauer ein – denn da gibt es einiges, was man falsch machen kann.

KPIs für die KI-Suche / AI Visibility

Share of Citations

Dieser Wert zeigt, wie oft deine Webseite oder deine Inhalte (z.B. YouTube) für eine Antwort verwendet wurden und auch zitiert wurden (d.h. du wurdest verlinkt).

Was sagt uns das? Das ist ein sehr guter Indikator dafür, wie stark deine Marke als Autorität in einer Nische verankert ist. Je öfter eure Inhalte verwendet werden, desto eher sieht euch die KI als eine vertrauenswürdige Quelle an.

Wie können wir das messen? Mit einem AI Visibility Tool über das Tracken von sinnvollen Prompts entlang der Customer Journey.

Gut zu wissen.

Inhalte werden öfter zitiert, wenn sie genau die Info liefern, die Zielgruppen für eine Entscheidung brauchen, und gut extrahierbar sind. Veränderungen können sehr schnell eintreffen

Share of Mentions

Dieser Wert zeigt, wie oft eure Marke erwähnt wird, auch wenn sie nicht zwingend zitiert wird.

Was sagt uns das? Wie sehr eure Marke präsent ist in den Gedanken der KI in einer Nische. Hier kommen häufig die Trainingsdaten zum Zug, also Marken, die viel in diesen vorkommen, werden eher erwähnt.

Wie können wir das messen? Mit einem AI‑Visibility-Tool über das Tracken von sinnvollen Prompts entlang der Customer Journey.

Gut zu wissen.

Marken werden öfter genannt, wenn sie klar positioniert sind in einer Nische – dafür braucht es eine Positionierung, fachliche Inhalte und konsistente Signale über eigene Seiten und andere.

Zitierte Quellen

Die KI zieht unterschiedliche Quellen je nach Nische heran. Eine Quellenanalyse zeigt dir, welche Seiten, Medien, Dokumente etc. von der KI in deiner Nische am liebsten herangezogen wird.

Was sagt uns das? Diese Quellen sind wichtig für uns, da wir uns darauf positionieren können, um unsere KI‑Sichtbarkeit zu erhöhen.

Wie können wir das messen? Mit einem AI‑Visibility-Tool über das Tracken von sinnvollen Prompts entlang der Customer Journey.

Sentiment

Wie unsere Marke entlang der Kundenreise empfunden wird: positiv, neutral oder negativ.

Was sagt uns das? Das ist ein wichtiger KPI, denn wenig bringt es uns, wenn unsere Marke dauernd erwähnt wird, aber negativ!

Wie können wir das messen? Mit einem AI‑Visibility-Tool über das Tracken von sinnvollen Prompts entlang der Customer Journey.

AI Conversions

Das sind die Leads, die wir direkt auf einen Zugriff aus einer KI‑Suchmaschine zurückführen können.

Was sagt uns das? Es ist nicht das komplette Bild, aber es zeigt uns vor allem, wie gut oder schlecht jemand, der über die KI kommt, konvertiert.

Wie können wir das messen? Mit Analytics über die Referrals von KI und die Ereignisse zur Conversion.

Log Analysis

= Genaue Analyse der Zugriffe von KI‑Bots auf unsere Webseite.

Was sagt uns das? Wie oft ein KI‑Bot unsere Webseite besucht. Das kann uns helfen, einzuschätzen, wenn der KI‑Bot gar nicht kommt, dass neue Inhalte länger dauern, bis sie aufgenommen werden, oder wir weniger zitiert werden.

Wie können wir das messen? Loganalyse am Server.

Gut zu wissen.

Die meisten KI‑Suchmaschinen haben zwei unterschiedliche Bots, einen für das allgemeine Crawlen, so wie Google, und einen für echte Anfragen eines Users, also wenn der KI‑Bot aufgrund eines Nutzerchats auf deine Webseite zugegriffen hat. Zweiteres ist oft interessanter.

Markensuchen

wie oft deine Marke in traditionellen Suchmaschinen gesucht worden ist.

Was sagt uns das? Dies ist zwar kein direkter Wert, aber indirekt kann dir eine steigende Suche nach deiner Marke sehr wohl sagen, dass KI-Suchmaschinen dich öfter erwähnen.

Wie können wir das messen? Über die Google Search Console.

Prompt Tracking

Viele der KPIs werden vor allem über das Tracken von unterschiedlichen Prompts gemessen. Das heisst, wie wir diese Prompts auswählen und welche wir uns alle ins Set aufnehmen, ist essenziell für das Ergebnis.

Hier hab ich ein paar Tipps für euch, wenn ihr euch dranmacht, eure Promptliste zu erstellen.

Promptsets pro Thema

Das Wichtige ist nicht, dass man für einen konkreten Prompt sichtbar ist, sondern die allgemeine Sichtbarkeit für ein Thema. Teilt euer Unternehmen daher unbedingt in die unterschiedlichen relevanten Themen ein und sortiert die Prompts pro Thema, um das Gesamtbild zu betrachten.

Prompts auf der ganzen Customer Journey

Am aussagekräftigsten ist ein Prompttracking, wenn wir uns nicht nur die einzelnen Themen anschauen, sondern die gesamte Customer Journey. Je konkreter und genauer wir hier sind, desto qualitativ hochwertiger sind die Prompts. Denkt an eine Search-Persona, und an ihren gesamten Weg bis zur Conversion und wählt für diese ein Set von zum Beispiel 30 Prompts aus.

Echte Prompts vs. irgendwas

Vergesst die Prompts, die euch von den Tools vorgeschlagen werden, die sind meistens Bullshit. Was wir wollen, ist, die echte Sprache unserer Kunden zu verstehen. Je mehr eure Prompts auf Daten basieren, desto mehr Qualität haben sie. Zieht dafür die Suchdaten (GSC) heran, echte Skripte von Verkaufscalls und Interviews mit Kunden, Marketingabteilung, Support und Sales. Dann bekommt ihr ein schönes Gesamtbild von der Situation und den Begriffen, die wirklich verwendet werden.

Vorsicht vor Prompts, die eure Marke erwähnen

Leider seh ich es in letzter Zeit immer öfter, dass Prompts einfach direkt nach der Marke fragen und die Marke im Prompt enthalten. Die sind nett, sagen aber nichts von eurer tatsächlichen Sichtbarkeit aus. Denn wenn direkt nach euch gefragt wird, kommt ihr auch vor. Alle KPIs werden damit unnatürlich ins Positive bewegt und ihr könnte keine ehrliche Aussage treffen. Vorsicht vor Agenturen, die genau das machen!

Verwende negative Prompts

Prompts wie “Was ist schlecht an / Was sind die Nachteile von Marke / Leistung / Produkt” sind super wertvoll. Denn mit diesen finden wir heraus, was Negatives im Internet über unser Unternehmen gesagt wird. Nur so können wir auch richtiges Reputationsmanagement betreiben. Auch wenn es schmerzhaft ist: Der Dreck muss unter dem Teppich hervor, damit wir ihn beseitigen können.

Nehmt euch Zeit

Ich glaub, nach all den Punkten sollte eines klar werden: Wir entscheiden uns nicht mal schnell in einem Nachmittag für ein paar Prompts und nehmen das dann als Basis für wirkliche Entscheidungen, was wir in unserem Marketing umsetzen sollten. Wenn wir qualitativ hochwertige und wirklich aussagekräftige Prompts wollen, dann braucht das Zeit und die sollten wir uns auch nehmen!

Ich entwickle gerade ein Template, welches all das beinhaltet und womit ihr eure Prompts ausarbeiten könnt. Sobald es fertig ist, teile ich es in meinem Newsletter. Du kannst dich hier anmelden:

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