Braucht es eine eigene Version deiner Webseite für ChatGPT (Markdown, LLMs Text, etc.)?

Worum gehts?

Lange gibt’s jetzt schon die Diskussion, von wegen: Du solltest eine eigene Sitemap für KI Suchmaschinen erstellen als llms.txt. Aber nicht nur das, seit Neuestem wird auch diskutiert, dass du, um öfter von ChatGPT & Co erwähnt zu werden, am besten eigene Versionen von jeder deiner Seiten hast, die du ihnen zur Verfügung stellst. 

Ob das wirklich eine sinnvolle Strategie ist, schauen wir uns in diesem Beitrag genauer an.

Die Idee hinter Markdown-Pages für KI Suchmaschinen

Der Gedanke dahinter ist einfach: Unsere Webseiten wurden nicht für Maschinen, sondern für Menschen erstellt. Und das mit HTML. Was eine Maschine sieht, ist dein Code. Und in diesem Code gibt es sehr viel Inhalt, der, naja, eben Code ist und nicht dein Webseiten Text.

Die KI wird in Tokens berechnet, und der ganze HTML-Code füllt Tokens auf, ohne dass es sinnvoll ist. Das heisst, eine Maschine muss zuerst den Code aufräumen und das Wichtige herausfiltern. Und das sollte ein Markup vorwegnehmen. Sodass, wenn ein KI-Bot auf deine Seite kommt, ihm eigentlich nicht der HTML-Code gezeigt wird, sondern nur der Plaintext oder halt der strukturierte Text, ohne unnötige Tokens zu verbrauchen.

Cloudefare ist zum Beispiel gerade dabei, genau das für seine Kunden zur Verfügung zu stellen, und wenn du dir ihren Blogpost durchliest zu Markdown for Agents, dann klingt das Ganze eigentlich sehr vernünftig.  Aber schauen wir uns das mal genauer an. 

Die Idee hinter LLMS Text für KI-Suchmaschinen

Mehr oder weniger dasselbe gilt für die llms.txt. Das sollte eine Art Sitemap darstellen, in der du all deine Seiten auflistest und beschreibst, worum es geht, damit KI Suchmaschinen gleich schon mehr Kontext zu jeder Seite haben. So ist heute zumindest die Standardumsetzung dieser llms.txt gedacht.

Was Google dazu sagt

John Mueller, Senior bei Google und unser SEO-Voice, hat eine ziemlich klare Meinung dazu geäussert: Das ist alles absoluter Blödsinn. Oder um seine Worte von Bluesky zu zitieren:

“Converting pages to markdown is such a stupid idea. Did you know LLMs can read images? WHY NOT TURN YOUR WHOLE SITE INTO AN IMAGE?” – John Mueller

Eines der Hauptargumente von Google ist dabei, dass wir das ja schon mal hatten. Nämlich für SEO und zwei verschiedene Varianten für Nutzer und Google selbst. Das Ganze hat mit super viel SEO-Manipulation geendet und Google hat diese Massnahmen, die im Black-Head-SEO Cloaking genannt werden, abgestraft. Und zwar mit einem absoluten Einbruch der Sichtbarkeit. 

Genau deshalb kommt 2026 auch kein SEO mehr auf die geniale Idee, Google eine andere Version unserer Webseite zu zeigen. Aber mit KI kommt diese Idee nun wieder zurück. Aber ist es nun “Same Same but Different”, oder funktioniert das für KI wirklich?

Was die SEO-Community dazu sagt

Wir haben bereits in der Spanischen SEO-Office Hours darüber gesprochen, noch gibt es nicht wirklich Ergebnisse, ob das wirklich hilft oder überhaupt sinnvoll ist. Das Einzige, was aktuell läuft, sind ein paar Tests, um zu schauen, ob KI diese Seiten wirklich bevorzugen. 

Dan Taylor sagt in diesem Beitrag zum Beispiel dasselbe wie Google selbst, dass es nur eine Zeitverschwendung ist. 

Die Hauptargumente, die dagegen sprechen:

  • Crawlers können heute schon HTML lesen, es braucht keine speziellen Strukturen
  • Es gibt absolut keine Studien, die aktuell so eine Verwendung positiv herausheben. Alles deutet eher darauf hin, dass diese ignoriert werden
  • Mit dem Markdown entfernst du wichtige Signale für Maschinen, wie Navigation, interne Links etc.
  • Es ist nicht das erste Mal, dass wir im SEO eigene Seiten für einen Bot und für einen Menschen zur Verfügung stellen wollen, das hat bei Google selber zu einigen Abstrafungen bei Seiten geführt. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten, damit nicht nur das HTML zu ändern, sondern auch den Content und sozusagen «Spam» zu betreiben, auch wenn du es einfach nur gut meinst.
  • Es ist doppelte Arbeit, zwei Varianten deiner Webseite zu betreuen, und nicht klar, ob es der Aufwand wert ist.

Meine persönliche Meinung zu Markdowns für KI

Ich schliesse mich der allgemeinen Meinung an. Diese Technik macht es viel zu einfach, den Inhalt zu manipulieren, um besser zu “ranken” in KI. Was es wiederum nicht gerade vertrauenswürdig macht. Dasselbe, was damals übrigens mit Google passiert ist.

Auf lange Sicht glaube ich also nicht, dass diese Strategie hält. Zusätzlich ist es ein riesiger Aufwand, ohne dass wir wissen, ob es wirklich etwas bringt. Ich würde das Stand heute keinem meiner Kunden empfehlen, da gibt es bessere Dinge, die wir mit unserer Zeit und unserem Budget anfangen können.

Wenn du allerdings einfach nur mal Tests fahren willst, wie das viele SEOs gerade machen, dann nur zu. Aber sei dir bewusst, dass das Ergebnis vielleicht nicht ganz so berauschend ist, wie du es dir wünschst.

Die neuesten Updates zu KI und GEO?

Diese findest du in meinem «KI und jetzt?» – Whitepaper, das ich laufend aktualisiere. Dort findest du die wichtigsten News, weitere Infos zu GEO, Massnahmen, wie du auf ChatGPT erwähnt wirst, Studien und Experimente, Ressourcen & Tools. Das Ganze exklusiv in meinem Newsletter.


Avatar von Dani Leitner

Noch mehr Wissen über SEO?
Dann meld dich für meinen Newsletter an. Täglich wie die Zeitung, nur unterhaltsamer und viel weniger deprimierend. Mit 3 Minuten am Tag SEO lernen.
Worauf wartest du noch?